Zwerg ahoi!  Im Blog findest du unsere #Brain-Blashes finden. Hier greifen wir fortlaufend die Themen unserer Spielbücher auf und erklären dir einfach, kurz und präzise die medizinisch-wissenschaftlichen Hintergründe. Sämtliche Inhalte wurden sorgfältig von uns recherchiert und greifen auf seriöse Quellen zurück. Wenn du dich in unseren Newsletter einträgst, bekommt du am schnellsten die Info, wenn wieder neue Brain-Blashes freigeschaltet sind.


Ein Fantasy-Spielbuch und der Nobelpreis für Chemie

Text: Carolin Olivares

Ein Spielbuch, neudeutsch: Gamebook, zeichnet sich dadurch aus, dass die Leser direkten Einfluss auf die Handlung nehmen können. Nach einer Szene oder einem Kapitel muss eine Entscheidung getroffen werden, die den weiteren Ablauf bestimmt. Dieses interaktive Konzept führt dazu, dass in einem Buch im Prinzip mehrere Geschichten enthalten sind.

 

Zunächst gewöhnungsbedürftig, bei genauerer Betrachtung aber logisch, ist die Erzählperspektive. Die zweite Person Singular macht durchaus Sinn, da eine Szene ja nicht nur Teil einer Geschichte ist, sondern auch Handlungsanleitung in einem, wenn auch vorstrukturierten, Spiel. Dieses „Du“ funktioniert wie ein erzählendes Ich. Darüber hinaus wird der Leser damit direkt angesprochen. Als Aufforderung verweist das "Du" auf die Rolle, in die der Leser schlüpfen soll.

 

Langsam, ganz langsam kommst du wieder zu Bewusstsein. Dein Kopf dröhnt. Du trägst ein merkwürdiges Gewand. Es sieht aus wie eine Mönchskutte, nur in Grün. Wo bin ich?, fragst du dich. (Zwergberg, Band 1, S. 1)


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Ein durchaus anspruchsvolles Format. Man spürt, wie gut es sich für eine Abenteuergeschichte eignet, vor allem für eine aus dem Bereich der Fantasy. All das macht schon neugierig. Aber! Was, wenn eine auf diese interaktive Weise konzipierte Fantasy-Geschichte die Wirklichkeit berührt? Was, wenn das Fantasy-Abenteuer ein Stück in Richtung Realität rückt? Oder umgekehrt: Die Realität greift in die fantastische Welt hinein! Das ist beim Zwergberg passiert. Worum genau geht es?

Du bist Nick Pulmer, vierzehn Jahre alt und du sitzt in der Klemme. Als du im Keller eures neuen Hauses wieder zu dir kommst, hast du dich in einen Zwerg verwandelt. Dein zwölfjähriger Bruder Tim, ein Autist, ist verschwunden. Du erfährst, dass eine Hexe ihn entführt hat. Obwohl du glaubst, im falschen Film gelandet zu sein, machst du dich auf die Suche nach Tim, dessen Zahlengedächtnis offensichtlich für jemanden von großer Bedeutung ist. Auf deinem Abenteuer begegnest du skurrilen Lebensformen in einer unterirdischen Kuppelwelt. Schließlich wird dir klar, dass die Vorgänge in dieser fantastischen Welt mit deinem realen Leben zusammenhängen. Genomik, die Firma, für die dein Stiefvater arbeitet, steckt mit drin. Es geht um eine Genschere, ein Super-Genom und die Idee vom ewigen Leben. (Klappentext)

 

 

 

 

Dass der Autor Mediziner ist, bringt bei diesem Thema Vorteile, die auf der Hand liegen. Leser anspruchsvoller Fantasy erwarten gut recherchierte Geschichten und stimmige Plots. Nicks Story ist natürlich in den Händen eines Mediziners hervorragend aufgehoben. Martin M. Uhland erzählt uns in seinem Blog etwas über sich.

 

„Vielleicht habe ich gerade deshalb nach dem Abitur Medizin studiert, da ich auf diesem Gebiet so viele unglaubliche Dinge über das Leben lernen und erfahren kann ...“

 

„Als bekennender Medizin- und Wissenschafts-Nerd tauche ich dabei gerne in fremde, unbekannte Welten ab ...“

Fassen wir zusammen: Ein Wissenschaftler der Medizin steht auf Abenteuer in fremden Welten. Anders gewendet: Wissenschaft trifft auf Fantasy und Futuristik. Abgerundet wird das Ganze dadurch, dass der Autor gleichzeitig der Illustrator seiner Geschichten ist. Der Zwergberg ist ein rundum ganzheitliches Projekt, an dem Martin M. Uhland schon lange feilt. Der erste Band ist vor dem Hintergrund eines bereits existierenden Zwergberg-Universums, bestehend aus Texten und Illustrationen, entstanden.

 

Das alles genügt sicher schon, um Interesse zu wecken. Doch der Zwergberg dreht sich um ein Thema, das mittlerweile in der realen Wissenschaft etabliert ist, in den Anfangsschuhen – natürlich.

 

 

 

 

 

Der Nobelpreis für Chemie ging im Jahr 2020 an die Französin Emmanuelle Charpentier und die US-Amerikanerin Jennifer Doudna. Die Wissenschaftlerinnen haben eine Methode entwickelt, mit der das Erbgut verändert werden kann. Ziel ist es, Erbkrankheiten zu verhindern oder solche Anlagen „herauszuschneiden“, die das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen.

 

Achtung! Diese CRISPR/Cas-Technologie wird landläufig auch als Genschere bezeichnet. Da gewinnt das spannende, gut durchdachte Fantasy-Abenteuer, geschrieben von einem Profi, gepackt in das Format eines Spielbuches, eine ganz neue Brisanz. Fantasy meets Reality!

In diesem Sinne: Zwerg ahoi!

Interview mit Holger Bormann bei Menschen, Firmen und Geschichte aus Wolfenbüttel.


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